
Die Orgel der Werner Christophorus-Kirche wurde in
den Jahren 1914-18 erbaut. Das Instrument verfügte über 55 Register auf drei
Manualen und verkörperte in seiner Dispositon die Ästhetik der Spätromantik.
Die Erbauerwerkstatt Seifert stattete es mit einem besonderen System der
Windversorgung (Membranladen) sowie einer pneumatischen Spiel- und
Registertraktur aus. Beide Weltkriege überstand die Orgel unbeschadet. Nach dem
II. Weltkrieg wurde - dem Zeitgeist entsprechend - die Pneumatik gegen eine
elektrische Steuerung ersetzt. Hinzu kamen kleine Veränderungen der Disposition
im Sinne der Orgelbewegung.
Im Rahmen der Kirchenrenovierung während der Jahre 1995-97 entschloß sich die Gemeinde zu einer grundlegenden Sanierung des Instruments. Mit Bernhard Terschluse (sen.) konnte ein kompetenter Fachberater gewonnen werden, dem das Instrument noch in seiner ursprünglichen Konzeption bekannt war. Daher setzte er sich konsequent für die Erhaltung der Orgel und die Rückführung in den klanglichen Zustand des Jahres 1918 ein. Lediglich auf eine Repneumatisierung wurde verzichtet, da keine diesbezügliche historische Substanz mehr vorhanden war. Dafür profitiert der Organist heute von einem modernen Spieltisch, der mit allen gängigen Spielhilfen ausgestattet ist.
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Hauptwerk
I. Man |
Positiv
II. Man. |
Schwellwerk
III. Man. |
Pedal |
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Prinzipal 16´ |
Salicional 16´ |
Liebl. Gedackt 16´ |
Prinzipalbaß 16´ |
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Bordun 16´ |
Geigenprinzipal 8´ |
St. Flöte 8´ |
Violon 16´ |
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Prinzipal 8´ |
Gemshorn 8´ |
Violine 8´ |
Subbaß 16´ |
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Gamba 8´ |
Viola 8´ |
Harmonieflöte 8´ |
Gedacktbaß 16´ |
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Fl. major 8´ |
Rohrflöte 8´ |
Quintatön 8´ |
Quintbaß 10 2/3´ |
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Dolce 8´ |
Prinzipal 4´ |
Aeoline 8´ |
Oktavbaß 8´ |
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Gedackt 8´ |
Traversflöte 4´ |
Vox celestis 8´ |
Cello 8´ |
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Oktave 4´ |
Viola dolce 4´ |
Fugara 4´ |
Liebl. Gedackt 8´ |
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Rohrflöte 4´ |
Waldflöte 2´ |
Flauto 4´ |
Oktave 4´ |
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Quinte 2 2/3´ |
Sesquialter 2 f. |
Flautino 2´ |
Posaune 16´ |
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Oktave 2´ |
Larigot 3 f. 2´ |
Sifflöte 1´ |
Trompete 8´ |
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Cornett 4 f. 4´ |
Oboe 8´ |
Harmonia 3 f. |
Trompete 4´ |
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Mixtur 5 f. 2´ |
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Carillon 3 f. 4´ |
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Tuba 16´ |
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Trompete 8´ |
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Trompete 8´ |
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Clarinette 8´ |
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Vox humana 8´ |
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Normalkoppeln, Superoktav -
und Suboktavkoppeln,
64 fache Setzeranlage
Felix Mendelssohn schrieb seine Orgelsonaten in den Jahren 1844/45.
Den Begriff Sonate verwendet er in einem sehr freien Sinn. Die nicht
choralgebundene zweite Sonate wird eröffnet durch einen kurzen Grave-Satz, der
in ein lyrisches Adagio mit der Oboe als Solostimme mündet. Es folgt ein
majestätischer Zwischensatz, bevor die Sonate mit einer Fuge abschließt. Das
Thema erfährt eine permanente Steigerung bis zum Ende "in organo pleno".
Alexandre Guilmants Variationszyklus über den Choral "Was Gott tut,
das ist wohlgetan" ist dem Gedenken seiner verstorbenen Frau gewidmet.
Das Thema erscheint zunächst im schlichten Choralsatz als Dialog zwischen
Schwellwerk und Positiv, gefolgt von einem Tenor c.f. mit der Vox Humana. Im
triolischen Rhythmus übernimmt die Trompete des Schwellwerks die Melodie, die
in dieser Variation als Quintkanon durchgeführt wird. Die vierte Veränderung
drückt, einem Vermerk des Komponisten gemäß, in besonderer Weise seine Trauer
aus: Der Choral erscheint im Pedal, die Manualstimmen kontrapunktieren mit
chromatisch geführten Akkorden. Eine Fuge, die sich vom Einsatz der
Grundstimmen über Zungen und Mixturen zum vollen Orgelklang aufbaut, schließt
das Werk gleichsam als Zeichen der Hoffnung ab.
Malcolm Archer stammt aus Lytham St. Annes, Wernes englischer
Partnerstadt. Drei Stücke seines kompositorischen Schaffens sind für diese
Aufnahme ausgewählt. Das "Prelude on Noel nouvelet" entlehnt - mit
bewußten Anspielungen an M. Dupres Bearbeitungen dieser Melodie - eine altfranzösische Weihnachtsweise (Noel).
Das spritzige "Festive Scherzo" spielt mit dem Gegensatz von
triolischem und duolischem Empfinden. In der kleinen ABA Form des
"Festival Finale" wird ein fanfarenartiges Thema vorgestellt, im
Mittelteil durch eine Art "Trio" abgelöst, bevor es im Schlußteil
wiederkehrt und in eine pfiffige Kadenz mündet.
Die
Töne der ersten Melodiezeile bilden das Gerüst für das Ritornell in Sigfrid Karg-Elerts pompöser
Bearbeitung zu "Nun danket alle Gott". Freie Zwischenspiele, Läufe
und blockhafte Akkordreihungen, in denen nur gelegentliche Choralzitate
aufblitzen, verbinden die Ritornelle miteinander. Jede Wiederkehr ist mit einer
klanglichen Steigerung verbunden, bis das Werk in einer fulminaten Kadenz
endet.
Die
Improvisationen von Hans-Joachim Wensing
orientieren sich - der Ästhetik der Orgel folgend - bewußt an romantischen Stilelementen.
Fünf "Ideen" zu bekannten Marienliedern sind zu einem Zyklus
zusamengestellt. Die Ecksätze dokumentieren die Fülle des Orgelklangs, während
in den Mittelsätzen mit Soloklarinette, Flöten und Streichern charakteristische
Farben vorgestellt werden.
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Hans-Joachim Wensing, Dr. phil, geb. 1960 in
Dorsten. Studium der Schulmusik, Germanistik, Kirchenmusik und
Musikwissenschaft in Düsseldorf; weitere Orgelstudien an der "Hogeschool
voor de kunsten" in Arnheim; Promotion in Musikwissenschaft. Nach
kirchenmusikalischer Tätigkeit in Borken / Westf. und Duisburg seit 1996
Kantor an der Stadtpfarrkirche St. Christophorus in Werne a. d. Lippe.
Klangbeispiel: Felix Mendelssohn Bartholdy, Sonate Nr. 2 c-Moll, ca. 60 Sekunden: