Die Kirchengemeinde St. Christophorus in Werne wurde als ökofaire Gemeinde ausgezeichnet

„Die Natur braucht uns nicht, aber wir sie. Nach und nach begreifen wir, dass wir Teil der Schöpfung sind und sie zum Überleben brauchen“, erklärte Martin Döpker, stellvertretender Pfarreiratsvorsitzender und Mitglied im Ausschuss für Schöpfungsbewahrung der Kirchengemeinde

St. Christophorus in Werne, beim Vorabendgottesdienst in der St. Christophorus Kirche am vergangenen Samstag. „Wir vergessen oft, dass wir nicht Herren, sondern Teil der Schöpfung sind“, untermauerte Jürgen Schäfer, Pfarrdechant in Werne, in der coronakonform vollbesetzten Kirche, die Aussage auch aus theologischer Perspektive. Der Vorabendgottesdienst stand ganz im Zeichen der Schöpfungsbewahrung und der Auszeichnung der Pfarrgemeinde als ökofaire Gemeinde nach Level 1 des Umweltmanagementsystems „Zukunft einkaufen – Glaubwürdig wirtschaften im Bistum Münster“. Er wurde vom Ausschuss für Schöpfungsbewahrung gestaltet. Eine eindrucksvolle Bilderserie holte zu Beginn die Schönheit der Natur ins Gotteshaus. Auch Liedtexte wie „Die Erde ist schön, es liebt sie der Herr“ und „Gott will diese Erde nicht zerstören … Gott will mit uns die Erde verwandeln“, berührten die Herzen der Anwesenden. Gleichzeitig führten sie die Dringlichkeit und die gewinnbringende Seite schöpfungsverantwortlichen Handelns vor Augen. Auch die Fürbitten zielten darauf, dass in der Politik gute Ansätze der Weltklimakonferenz verfolgt, umgesetzt und Hindernisse mit Kreativität und Nachdruck überwunden werden, aber auch dass die Gemeinde und jede und jeder Einzelne das wirklich Wichtige im Blick behalten, nachhaltig handeln und dabei auch Lebensqualität gewinnen. Ökologisch, fair, nachhaltig und regional solle zum Standard für eine gerechte Welt werden, hieß es. Dazu wolle die Gemeinde beitragen. Dabei wolle man nicht sauertöpfisch mit schlechtem Gewissen durch die Gegend gehen. Wichtig sei stattdessen, nicht perfekt sein zu wollen, die Schöpfung zu genießen und aufmerksam für schöpfungsverantwortliches Handeln zu sein. Die ökofaire Aufbruchstimmung in der Gemeinde ist deutlich spürbar: Vor zwei Jahren bildete sich dort der Ausschuss für Schöpfungsbewahrung. Er hat die Gruppen der Gemeinde nach ihrem ökofairen Engagement befragt, Kriterien festgelegt und mit den Gremien der Gemeinde eine Selbstverpflichtung entwickelt. Recyclingpapier, Sodastreamer, fair gehandelter Kaffee und Tee und Mehrweg statt Einweg gehören inzwischen weitgehend zum Standard im Gemeindeleben. Auf dem Neubau der Zentralrendantur soll ab 2022 eine Photovoltaikanlage Ökostrom liefern. Zudem will sich die Gemeinde in der kommunalen Steuerungsgruppe „Fair-Town“ in Werne einbringen und sich immer weiter ökofair ausrichten. „Bleiben Sie weiter Revolutionäre der Schöpfungsverantwortung!“. Mit diesem Zuruf bedankte sich Thomas Kamp-Deister, Leiter des Referats Schöpfungsbewahrung beim Bistum Münster, im Anschluss an den Gottesdienst bei der Kirchengemeinde für ihr ökofaires Engagement und überreichte die Plakette und die Urkunde. Voller Dankesworte war auch Monika Böhm im Namen des „Arbeitskreis Eine Welt e.V.“ in Werne: „Wir freuen uns, dass mit dieser Auszeichnung und dem Prozess in der Kirchengemeinde in Werne ein weiterer Stein ins Rollen gebracht wurde.“ „Umweltschutz muss nicht teuer sein. Und es ist kein Luxus, dass wir das machen“, erklärte der Pfarrdechant und hat schon das nächste Projekt im Blick, die Pflasterfläche am St. Konradhaus, die ohnehin kaputt ist, zu entsiegeln. „Dabei kann man zudem Entwässerungsgebühren bei den städtischen Abgaben sparen“, verweist er auch auf kostensparende Möglichkeiten einer ökofairen Ausrichtung, die Geld für andere ökofaire Maßnahmen freisetzen. Man darf gespannt sein, wofür.

 

Mehr zu der Initiative „Zukunft einkaufen – Glaubwürdig wirtschaften im Bistum Münster“

www.bistum-muenster.de/zukunft einkaufen 

Text Karola Wiedemann