06.04. Karwoche

Liebe Schwestern und Brüder,

 

heute beginnt die Karwoche, an deren Ende die drei österlichen Tage stehen, Gründonnerstag, Karfreitag und die Osternacht. Das große Fest der Hoffnung für jeden von uns.

 

Jesus ging durch Leiden und Tod ins Leben und dahin folgen wir ihm.

Diese Hoffnung ist ein großes Geschenk. Und dabei denke ich an:

Die Dinge, die mir wirklich kostbar sind, sind oft nicht mit Geld zu erwerben.

Das liebevoll ausgewählte kleine Geschenk, der einfühlsame, handgeschriebene Brief. Das sind wirkliche Kostbarkeiten, bei denen der Geldpreis kaum eine Rolle spielt.

Aus dem Johannesevangelium ist für heute die Salbung Jesu als Tagesevangelium  vorgesehen.

Maria salbt Jesus mit kostbarem, sehr teurem Öl. Judas Iskariot sieht dabei ausschließlich den hohen Preis des Öls, 300 Denare werden hier genannt. Er sieht nicht das Eigentliche, das wars sich hier zwischen Jesus und Maria abspielt.

 Es ist eine Szene voll Zärtlichkeit und menschlicher Nähe. Sie öffnet, was sie unter Verschluss gehalten hatte, das kostbare Öl. Der Duft breitet sich aus  und durchweht den ganzen Raum. Die Menge scheint zu viel, aber Zuneigung und Liebe berechnen nicht. Maria handelt grenzenlos. Wer so geben kann, ist selbst beschenkt.

Liebe Schwestern und Brüder,

Ich wünsche Ihnen von Herzen, dass Sie trotz aller Einschränkungen und Sorgen unsere große christliche Hoffnung spüren und erfahren!

Dazu segne sie unser Gott!

Ihr

Pastor

Karl-Heinz  Hense

05.04. Macht hoch die Tür!

„Die Zweiglein der Gottseligkeit“

 

Wer innerlich diese Strophe singt….

 

Macht hoch die Tür, die Tor macht weit,
eu’r Herz zum Tempel zubereit’.
Die Zweiglein der Gottseligkeit
steckt auf mit Andacht, Lust und Freud;
so kommt der König auch zu euch,
ja, Heil und Leben mit zugleich.
Gelobet sei mein Gott,
voll Rat, voll Tat, voll Gnad.

 

… ist am Palmsonntag angekommen. Denn das wohl bekannteste Adventslied trägt schon die Vorschau auf den Einzug Jesu in Jerusalem, den Umschwung der Begeisterung und die Ankündigung des Leidens. Palmsonntag wird somit zum Brennglas unseres Glaubens an den Einen, der den Weg zu Gott weist. Am Palmsonntag wird zugleich die kindliche Freude am König des Lebens erfahrbar und der Thronsturz eines Gottes, der die Menschen nicht nach Menschenart beglückt. Dies ist aber kein Scheitern Gottes, sondern eine der zentralen Heilsbotschaften. Jesus geht den Weg des Glaubens, auch wenn er nicht mehr triumphal scheint. Er ist die gelebte Solidarität mit allem Leiden in der damaligen und heutigen Welt. Er ist der Erlöser, der wahrhaft das Tal des Elends durchschritten hat. Palmsonntag wird auch in dieser Zeit zum Wechselbad des Glaubens und zum Beginn der Heiligen Woche. Wir sind auf dem Weg, also „macht hoch die Tür!“.

 

Manfred Hojenski

04.04. Kontaktsperre

Wir alle fragen uns, wo die Menschen geblieben sind. Niemand hat Tische und Stühle vor die Straßencafés gesetzt. Die Plätze sind leer, in den Geschäften sieht man nur wenige Leute. Die Leute sind weg und auf einmal merken wir, wie sehr wir daran gewohnt sind, dass es um uns herum vor Menschen wimmelt. Wir sind allein und das ist nicht nur ungewohnt, sondern auch unheimlich. Ängste steigen auf:

  • die Angst vor dem Virus

  • die Angst um liebe Menschen

  • die Existenzängste vieler Gewerbetreibender

  • die Angst der Alten, übersehen zu werden

  • die Todesängste der Erkrankten

Auf einmal sind wir krank, ohne das Coronavirus in uns zu haben.

Die eben beschriebene Situation erinnert mich an den bekanntesten Mann unserer Ordensgemeinschaft: Pater Damian Deveuster. 13 Jahre seines Lebens lebte er auf der Insel Molokai auf Hawaii. Dorthin hatte man die Aussätzigen des damaligen Königreiches verbannt, dorthin kamen diese Unheilbaren, um zu sterben. Dorthin ging Pater Damian wohl wissend, dass er sich damit eine Kontaktsperre bis zum Ende seines Lebens auferlegt hatte. Er starb mit 49 Jahren an Aussatz.

Das faszinierende an Pater Damian ist, dass er sich nicht einsam fühlte. Er sagte immer „wir Aussätzige“ und teilte das Leben mit seinen Leidensgefährten. Er redete mit seinen Briefen und mit Hilfe guter Freunde der damaligen Welt ins Gewissen, er gab den Todgeweihten eine Stimme und er bekam Hilfe aus Honolulu, Europa und den USA für seine Geschwister.

Und wenn wir fragen, wie er das aushielt so gab er selbst eine Antwort. Er lebte in der Gegenwart Christi. Jeden Tag feierte er die heilige Messe, und er selbst bezeugt, dass er ohne die vielen Stunden in der Gegenwart des Herrn im Tabernakel nicht ausgehalten hätte. Kurz vor seinem Tod sagt er: „Ich bin der glücklichste Missionar der Welt“.

 

Es ist zu einfach zu sagen, macht es wie Damian. Aber sein Leben ist Anstoß nachzudenken, und er erinnert auf überzeugende Weise daran, dass keine noch so geartete Kontaktsperre uns von Christus trennen kann. Paulus formuliert es so: „Was kann uns scheiden von der Liebe Christi? Bedrängnis oder Not oder Verfolgung, Hunger oder Kälte, Gefahr oder Schwert? All das überwinden wir durch den, der uns geliebt hat“.

Heinz Josef Catrein

 

 

 

03.04. Gottes Sohn

 Die Aussage Jesu über sich selbst im heutigen Evangelium nach Johannes ( Joh. 10, 31-42) „Ich bin Gottes Sohn“ ist für Juden und Moslems unerträglich. Da ist Steinigung angesagt und bei Ungläubigen Protest. Selbst „christliche“ Theologen haben versucht, diesen Anspruch zu entschärfen. Die Behauptung, die Gottessohnschaft sei „Gemeindebildung“, die ersten Christen hätten Jesus zum Sohn Gottes „hochgejubelt“, kennen wir allzu gut.

   Jesus als Kinderfreund, Gutmensch, Heiler und spiritueller Meister bekommt höchste Anerkennung. Selbst als Prophet lässt man ihn noch gelten. Aber ab da ist Schluss! „Gottes-Sohn“ – das geht zu weit. Das ist Gotteslästerung – sagen die Leugner der Gottessohnschaft Jesu.

   Dass aber Jesus Christus aus Nazareth der Sohn Sottes ist, das ist eine Kernaussage unseres Glaubens. Diese Kernaussage wird durch das ganze Neue Testament in den unterschiedlichen Formen zum Ausdruck gebracht und gehört wesentlich zu unserem christlichen Glauben. Diese Wahrheit darf auf gar keinen Fall abgeschwächt oder abgemildert werden, ohne dass man dadurch den christlichen Glauben aufgibt.

   Wenn es um offenbarte Wahrheiten geht – und hier geht es um eine offenbarte Wahrheit – dürfen wir nicht selektiv werden. Die Wahrheit über die Gottessohnschaft Jesu von Nazareth, die als Mensch aus Maria geboren wurde, steht aus biblisch-theologischer Sicht nicht zur Diskussion. Direkt oder indirekt spricht das ganze Neue Testament von der Gottessohnschaft Jesu. 

   Wir denken an die Antwort des Apostels Petrus auf die Frage Jesu im Matthäusevangelium: „Für wen halten mich die Leute… Für wen haltet ihr mich“: Du bist der Sohn des lebendigen Gottes“. (Mt 15, 16). Jesus lobt die Antwort des Petrus und sagt ihm: „Selig bist du, Simon, Sohn des Jona, denn nicht Fleisch und Blut haben dir das offenbart, sondern mein Vater im Himmel“ (Mt 16, 17)

   Das christliche Bekenntnis zum Sohn Gottes unterscheidet sich von ähnlichen Aussagen in anderen Kulturen der Antike, in denen nicht selten Weltherrscher als Götter oder Gottes Söhne verehrt wurden.  Dieser Titel unterstreicht keinen weltlichen Machtanspruch. Zwischen Gott und Jesus herrscht ein besonderes Vertrauensverhältnis. Da haben wir mit geradezu familiären Vorstellungen zu tun, was auch in seinem Gebet deutlich wird, wenn er Gott „Abba“ nennt, was so viel heißt wie „Papa“.

„Wahrer Gott vom wahren Gott“ – Mit diesen Worten aus dem großen Glaubensbekenntnis bekennen wir uns immer wieder zu Jesus Christus, der eines Wesens mit Gott ist.

   Wenn wir uns im Gebet an Jesus Christus wenden, dann tun wir dies in dem Glauben, dass er als Gottes Sohn der einzige Mittler zwischen Gott und Mensch ist.

   Auch heute haben Menschen Schwierigkeiten mit dem Glauben an die Gottheit Jesu. Das Geheimnis seiner Menschwerdung aus Maria, der Jungfrau, kann von Menschen nicht erfasst werden. Jesus, der im Geheimnis der Inkarnation wahrer Mensch wurde, hat nie aufgehört, wahrer Gott zu sein. Aus diesem Grund erinnert uns immer wieder der Prolog des Johannesevangeliums, der als Tagesevangelium am ersten Weihnachtstag vorgetragen wird, dass das Menschenkind in der Krippe nie aufgehört hat, das ewige Wort Gottes, sein ewiger Sohn zu sein. Auf seine Göttlichkeit hat er nie verzichtet und als Mensch Gewordener hat er uns etwas vom Leben Gottes , vom Geheimnis des dreifaltigen Gottes, offenbart.  

Antonel Lenghen

02.04 nach Genesis 17,1-9

 

Eines Tages überrumpelte Gott den alten Mann namens Abram, weil er ihm etwas Gutes tun wollte. Da Gott aber nie sicher sein kann, dass ein Mensch ihn richtig erkennt, stellt er sich für gewöhnlich erst einmal vor. Selbstbewusst begrüßt Gott den neunzigjährigen mit: „Ich bin Gott“ – und weil das noch nicht genügt, fügt er stolz hinzu: „der Allmächtige“. Nun ist jede Verwechselung ausgeschlossen.

Nun war Abram noch nie der Schnellste und ängstlich ist er obendrein, selbst im Alter. So antwortet er Gott nicht, dabei hätte ein freundliches „Hallo Gott, wie geht es dir?“ schon genügt. Daraufhin spricht Gott einfach weiter. Denn Gott hat viel zu tun und kann nicht ewig darauf warten, dass etwas passiert. Also kommt er schnell zur Sache: „Ich will einen Bund mit dir schließen“, sagt er.

Endlich taut Abram aus seiner Schockstarre auf und ihm fällt doch tatsächlich nichts Besseres ein, als auf die Knie zu fallen und sein Gesicht im Dreck zu baden. Dieses komische Verhalten soll wohl Ehrerbietung ausdrücken und besonders höflich sein. – Gott kennt das schon … Immer wenn er versucht mit jemanden ein vernünftiges Gespräch zu führen, wird die Situation irgendwie komisch – mal schmeißen sich die Leute auf den Boden, mal rennen sie weg, andere fangen an zu stottern und wieder andere beklagen sich Lautstark bei ihm.

Beschwichtigend sagt Gott „Ich bin’s!“, in der Hoffnung, dass Abram sich an ihn erinnert. Denn eigentlich kennt Abram Gott schon und als Gott ihn die ersten Male besucht hat, da hat er sich noch einigermaßen normal verhalten. Eigentlich dachte Gott, dass er nun kein Fremder mehr sei, aber anscheinend musste man sehr viel Geduld mit den Menschen haben.

Da Gott sich nicht so gerne wiederholt, erzählt er Abram gleich, was es bedeutet, einen Bund mit ihm zu schließen: „Du wirst Stammvater einer Menge von Völkern sein“, meint Gott und weil der Name Abram nicht zu seinen Zukunftsplänen für den Greis passt, ändert er ihn kurzerhand in „Abraham – Vater der Menge“ um. Gott war kurz versucht, dem alten Mann zu erklären, wie man ihn den nun schreibt, den neuen Namen. Da fiel Gott ein, dass der Mann gar nicht schreiben konnte. „Macht nichts! Es gibt schlimmeres, als seinen eigenen Namen nicht schreiben zu können“, denkt Gott und fährt fort:

„Könige werden von dir Abstammen!“, sagt Gott voller Vorfreude, denn auch er ist ein König und weiß, wie schön es sein kann, König zu sein. Doch Abraham rührt sich immer noch nicht. Aber noch hat Gott ja nicht all sein Pulver verschossen. „Der Bund gilt auch für deine Nachkommen, nach dir!“, fügt Gott hinzu. Denn was gibt es besseres, als König und mit Gott verbündet zu sein? Aber auch das scheint immer noch nicht genug für den alten Abraham zu sein. Also überlegt Gott, womit er Abraham noch eine Freude machen könnte. Er sieht ihn sich genau an, sieht sein Alter, seine schwindende Kraft, seine durchgelaufenen Schuhe. Den Staub in seiner Kleidung. Ein Heimatloser, wie er im Buche steht. Da kommt Gott, die zündende Idee: „Ich gebe dir und deinen Nachkommen das ganze Land Kanaan!“. Also langsam könnte sich dieser Abraham mal freuen und so etwas wie „Danke“ sagen. Denn Gott hat versprochen, ihm ganz viel zu schenken: Kinder und Kindeskinder – Nachkommen halt. Nachkommen, die Könige werden. Könige, die Gott auf ihrer Seite haben. Ein Gott, der ihm ein schönes Land schenkt …

Aber Abraham bleibt stumm. Gott überlegt und fragt sich, warum das so ist. „Nicht, dass er so lange da liegen bleibt, bis ich ihm die ganze Welt versprochen habe“, denkt Gott.

Gott seufzt. „Beim nächsten Mal schicke ich einfach meinen Sohn“, denkt Gott. Denn Gott zu sein, ist wirklich ein anstrengender Beruf.

 

Pastoralassistentin Antonie Krapf

01.04. April, April

Dieses Jahr ist mir nicht nach Aprilscherzen zumute.

Im letzten Jahr habe ich noch schmunzelnd die glaubhaft klingenden, leicht verrückt klingenden Beiträge in meiner Tageszeitung entdeckt; dieses Jahr brauche ich sowas nicht.

Ich möchte auch nicht von lieben Mitmenschen durch erfundene, fantastische Erzählungen „in den April geschickt werden“.

Aber ich lache gern! Es tut so gut, einmal herzhaft lachen zu können. „Wer singen und lachen kann, der erschrickt sein Unglück“, so erinnere ich mich an ein Sprichwort.

Vor über 10 Jahren verabschiedete ich mich aus meiner damaligen Pfarrgemeinde, um meine Mutter pflegen zu können. Die Krankenhausseelsorgerin schenkte mir zum Abschied eine Fotografie „Bonze des Humors“. Diese Skulptur ist in Worpswede aufgestellt. Da sitzt er, die Augen geschlossen, den Kopf nach hinten geneigt, hält sich mit beiden Händen den dicken nackten Bauch und lacht über beide Backen. Der ganze Mensch scheint von Lachen geschüttelt zu sein. “Er soll dich daran erinnern, dass man jeden Tag einmal lachen soll, auch in schweren Zeiten“, sagte mir meine liebe Kollegin. Seitdem steht das Foto bei mir im Regal, und immer mal wieder fällt mein Blick auf diese lachende Gestalt.

Also lache ich heute vielleicht doch, wenn ich einen Aprilscherz lese oder höre…

Veronika Hembrock

31.03 Glocken läuten

Glocken läuten. Sie läuten in Werne jeden Tag.

Frech und vorlaut erhebt die Glocke der Kapuziner jeden Morgen um 6.45 Uhr ihre helle Stimme und lässt uns wissen, dass gleich der Gottesdienst im Kloster beginnt.

Die Kirchen der Stadt läuten den Engel des Herrn morgens um 7, Mittags um 12 und um 18.00 Uhr

Der schwere dumpfe Schlag der Totenglocke verkündet, dass ein Gemeindemitglied verstorben ist.

 

An hohen Feiertagen wie Ostern legt sich ein Klangteppich der Festgeläute der verschiedenen Kirchen über unsere Stadt. Schon in der Osternacht verkünden sie mit Ihrer Stimme, dass Christus auferstanden ist.

Glocken prägen also unseren Lebensrhythmus, ob wir es bewusst wahrnehmen oder nicht. Nun ist ein weiteres Geläute dazu gekommen. Jeden Abend um 19.30 Uhr läuten die Glocken als Zeichen der Solidarität, der Verbundenheit und als Bitte des Segens für unsere Gemeinde, besonders für die, die vom Coronavirus  betroffen sind.

Es berührt mich, wenn ich die Reaktionen aus der Gemeinde lese.

So laden die Glocken uns ein füreinander zu beten und so eine große Gemeinschaft zu bilden.

 „Die Glocken läuten

Der Mensch öffnet die Seele

Besinnung tritt ein“, so schreibt es Erhard Horst Bellermann (*1937), deutscher Bauingenieur, Dichter und Aphoristiker.

In diesem Sinne

Ihr Pfarrdechant Jürgen Schäfer

30.03. Entscheidungen

Das heutige Evangelium von der Ehebrecherin ist vielen geläufig.

Da ist Jesus, der das Volk im Tempel unterrichtet.

Da sind die Schriftgelehrten und Pharisäer , die Jesus auf die Probe stellen.

Da ist die Frau, die sie in die Mitte stellen.

Und da sind die, deren Blicke sie ausgeliefert ist.

Auf frischer Tat ertappt, mit einem andern Mann.

Vorgeführt.

Ans Licht gezerrt, steht sie vor Gericht.

Sie muss dem Gesetz nach gesteinigt werden.

Jesus, was sagst du dazu?

Nichts

Jesus, was sagst du dazu?

Nichts

JESUS?!

Jesus malt mit dem Finger auf der Erde.

Kennen sie das ?

In verzwickten Angelegenheiten sich ablenken – etwas ganz Banales tun.

Oder zu denken, lasst mich doch in Ruhe mit eurem ewigen Genörgel, mit euren Fragen,

mit den Geboten, die den Tod und nicht das Leben bringen…

Und dann die Worte finden , die uns alle an richtiger Stelle ins Herz treffen:

Wer von euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein.

Das zu behaupten, wäre Gotteslästerung, und würde genauso bestraft.

Und die Ankläger gehen, einer nach dem anderen.

Und dann sagt Jesus dieser Frau von Angesicht zu Angesicht einen lebensbejahenden Satz:

Geh und sündige von nun an nicht mehr.

Wie es sein wird, was sie tun wird, erzählt diese Begebenheit nicht.

Jesus fordert sie auf, Entscheidungen zu treffen, die sie für sich und für ihr Leben verantworten kann…

 

Herr, wenn ich heute einen Stein in die Hand nehme, vertraue ich darauf,

dass er mir zum Anstoß wird, nicht zu verurteilen.

Um  ihn dann vorsichtig zur Seite zu legen, damit niemand darüber fällt.

Einen gesegneten Tag und stärkende Begegnungen wünscht ihnen

Ihre Pia Gunnemann

29.03. Zombies oder Himmel

Am Sonntag wird aus dem Buch des Propheten Ezechiel aus dem Ersten (Alten) Testament gelesen.

Wie in einem Zombiefilm belebt Gott die Toten, beseelt die Toten und schenkt ihnen den Geist und das ewige Leben. Das kann man nur verstehen, wenn man Ezechiel versteht. Die Toten stehen für das Volk Israel im Exil. Das Volk ist wie tot. Erst durch ihren alten und neu beseelten Glauben leben sie wieder auf, weil sie auch in der zeitlichen Ferne das Leben und die Hoffnung spüren. Es geht also nicht um die Biologie vieler Körper, sondern um die große Vollendung für ein von Gott gesegnetes Volk.

Der Apostel Paulus nimmt diesen damals 600 Jahre alten Text und deutet ihn abwegig um für seine Wirklichkeit und Leibfeindlichkeit.

Wir Heutigen aber können stattdessen bei diesem Propheten etwas Beruhigendes für unsere Zeit finden. Wir sind zwar nicht im Exil, aber wir sind in unserem Alltag zur Zeit massiven Einschränkungen ausgesetzt. Mir ist dabei wichtig, dass diese Einschränkungen uns sehr verschieden treffen. Für viele ist es Langeweile und ein Organisationsproblem, für andere aber bedeutet es absolute Überlastung, finanziellen Ruin oder Todesgefahr.

Das darf nicht gleichartig gewertet sein. Ein heutiger Ezechiel wäre also die perfekte Aufforderung, Gottes Geist in Solidarität zu wandeln. Unterstützen wir, die wir uns nur umorganisieren müssen, bitte diejenigen, die wirklich bedroht sind. Der Geist Gottes des Ersten Testamentes ist als Auftrag Jesu im Zweiten (Neuen) Testament genau dafür erinnert worden.

So wird mit Gottes Kraft ein Stück Himmel erfahrbar!

Ihr Manfred Hojenski

28.03. Lazarus

Zum Impuls für den heutigen Tag möchte ich schon Bezug nehmen auf das Evangelium des morgigen Sonntags, die

Auferweckung des Lazarus, des Freundes Jesu. Möchte aber auch weiter sehen auf das Verhältnis Jesu zu der Familie des Lazarus.

Eine sehr menschliche Geschichte und auch eine Geschichte, die Glauben fordert und herausfordert.

Eine schöne, menschliche rührende Geschichte über den Menschen Jesus. Jesus ein Mensch wie wir. Er hat Freunde gehabt, die Geschwister in Bethanien; er kehrt bei ihnen ein, redet mit ihnen, im wahrsten Sinne über Gott und die Welt: Es geht um Küchenarbeit, er lässt sich bewirten. Aber auch da schon über das, was darüber hinausgeht: „Maria hat das bessere erwählt.“

Menschlich auch die Geschichte der Auferweckung des Lazarus.

Jesus nennt Lazarus seinen Freund. Und wir lesen: Jesu ist erschüttert und weint am Grab seines Freundes.

Aber tiefer geht es darin auch um Glauben, den ausgerechnet Martha, die anpackende Hausfrau ausspricht. Auf die Aussage Jesu, dass er die Auferstehung und das Leben ist, und wer an ihn glaubt nicht stirbt, und sie fragt: „Glaubst du das?“ gibt sie die Antwort: „Ja, Herr, ich glaube, dass du der Christus bist, der Sohn des lebendigen Gottes.“

Mit diesen zwei Aspekten, der menschlichen Beziehung und der Glaubensfrage, ein Blick auf uns heute, gerade in dieser Zeit:

Wie gut ist es, Freunde zu haben; bei denen einkehren zu können, miteinander reden zu können, auch über Gott und die Welt. Dieser Wert wird uns ja gerade in diesen Tagen bewusst, auch wenn wir räumlich eingeschränkt sind. Aber wir nützen die Möglichkeiten unserer Tage, miteinander in Verbindung zu bleiben.

Und es mag für uns eine Hilfe sein, dass wir Jesus als Freund haben, der für uns in dieser Krise auch wieder Heil und Leben schenkt. Darum dürfen und müssen wir beten.

Doch darüber hinaus dürfen wir hoffen und beten, dass er uns, wenn wir sterben, doch in Ewigkeit leben. Gott stärke in uns diesen Glauben.

Pater Ernst

 

27.03. Heiliger Geist

Liebe Schwestern und Brüder im Glauben,

ich habe anderen vor kurzem gesagt: ``Ich habe nie in meinem Leben so eine Situation wie diese, in der wir jetzt im Moment sind, erlebt.

Ich habe als Antwort bekommen: `` Wir haben auch nie eine wie diese in der Kriegszeit erlebt``

In dieser Pandemie müssen wir miteinander verbunden bleiben, einander schützen, Respekt für alle anderen zeigen, in Solidarität leben.

Ich lade Sie alle ein, im Gebet füreinander und miteinander zu bleiben. Wir können uns auf die barmherzige und schützende Hände Gottes verlassen. Möge Gott die ganze Stadt Werne verschonen.

Ich bitte Sie alle den Blick auf den Heiligen Geist zu richten.

 

``Komm herab, O Heiliger Geist, der die finstre Nacht

Zerreißt, strahle Licht in diese Welt.

 

Komm, der alle Armen liebt, komm, der gute Gaben gibt,

komm, der jedes Herz erhellt.

 

Höchster Tröster in der Zeit, Gast, der Herz und Sinn erfreut,

köstlich Labsal in der Not,

 

in der Unrast schenkst du Ruh, hauchst in Hitze Kühlung zu,

spendest Trost in Leid und Tod.

 

Komm, O du glückselig Licht, fülle Herz und Angesicht,

dring bis auf der Seele Grund.

 

Ohne dein lebendig Wehn kann im Menschen nichts bestehn,

kann nichts heil sein, noch gesund.

 

 

Was befleckt ist, wasche rein, Dürrem gieße Leben ein,

heile du, wo Krankheit quält`` Amen.

 

Bleiben Sie gesund.

Ihr

Pfr.Sagayanathan Savarimuthu

 

 

26.03. Menschen

Liebe Schwestern und Brüder,

 

es ist schon eine ungewohnte und eigenartige Situation, in der wir uns zur Zeit befinden.

Seit fast 14 Tagen ist das öffentliche Leben in unserem Land und somit auch in unserer Kirche sehr eingeschränkt.

Jede und Jeder von uns macht eigene Erfahrungen und lernt damit umzugehen. Manches macht große Sorgen und Ängste, vielleicht erleben wir aber auch Zuwendung und Hilfe.

Als Seelsorger und Priester, versuche ich, in dieser mir fremden Situation Orientierung zu finden.

Auf der geistlichen Ebene verbinde ich mich mit unserer Gemeinde:

Wenn ich am Morgen die Kirche aufschließe und das Morgengebet  der Kirche spreche oder nach dem Abendgebet, der Vesper die Kirchentür verschließe, habe ich einzelne Gesichter vor Augen. Ich sehe:

Sie, die unsere Gottesdienste besuchen,

die Menschen, die ich auf meinen Wegen treffe,

die Kommunionkinder, bei denen ich Kontaktstunden gebe

und viele mehr.

Sie alle nehme ich mit in das Gebet und bitte um Gottes Beistand und Segen.

Ebenso halte ich es, wenn ich hinter verschlossenen Türen die heilige Messe feiere. Es ist schon seltsam, ohne anwesende Gläubige Gottesdienst zu feiern. Doch lerne ich gerade, Sie mir in den leeren Bänken vorzustellen und hoffe, dass es auch bald wieder anders sein wird.

Am Abend um 19.30 Uhr stelle ich dann eine brennende Kerze ins Fenster und bete mit Ihnen das „Vaterunser“

Ist es nicht gerade der Geist, der uns mit Gott und untereinander verbindet?

 

So wünsche ich Ihnen allen von ganzem Herzen: Kommen Sie gut durch diese Zeit und Gott segne Sie!

Pastor

Karl-Heinz Hense

25.03. Maria Verkündigung – Gott mit uns.

Im Augenblick haben wir den Eindruck, als würde die Welt unserer Herrschaft entgleiten.

Erschreckende Bilder begleiten uns: Krankenpfleger wie Marsmenschen verkleidet  – Patienten verpackt wie hochgiftiger Spezialabfall - menschenleere Straßen - Regale ohne Brot und Toilettenpapier - Fließbänder ohne Nachschub - Kleinunternehmen ohne Geld - Politiker ohne Patentrezept - Kirchen ohne Gottesdienste.

 

Angst macht sich breit: Angst um die eigene Gesundheit, Angst um seine Lieben, Angst ums Essen. Angst vor Arbeitslosigkeit. Angst vor Verarmung. Und ganz am Ende die Angst vor der Angst. Sie gleicht einem schrecklichen Ungeheuer, das tief aus der Seele des Menschen aufsteigt.

 

Unser menschliches Selbstvertrauen hat in diesen Wochen einen ordentlichen Dämpfer bekommen. Unser Selbstbewusstsein ist dahin,  unsere Selbstsicherheit ist auf einem Tiefststand.  

Kaum beachtet feiert die Kirche am 25 März das Fest Mariä Verkündigung.

Der Engel Gabriel kommt zu Maria und verkündet, dass sie einen Sohn gebären werde, und „dieses Kind wird heilig und Sohn Gottes genannt werden“.  Die Begleitumstände sind interessant:

 

Gottes Engel kommt zu einem armen Mädchen in der hintersten Provinz des römischen Reiches. Gottes Engel kommt zu Menschen, deren Leben weitaus armseliger war als das unsere. Gott selbst kommt in diese Welt, die für Menschen immer ein gefährdeter und unsicherer Aufenthaltsort war.

 

In dieser Zeit der Angst, Ratlosigkeit und Ohnmachtsgefühle tun wir gut daran, diese heilbringende Botschaft aufzunehmen und zu bedenken.

Gott ist mit uns. Wir sind nicht von allen guten Geistern verlassen! Wir weinen um Verstorbene und haben doch die Hoffnung, dass ihr Leben nicht ausgelöscht, sondern vollendet ist. Wir haben Angst und sind doch nicht gelähmt, weil gelebter Glaube gute Kräfte freisetzt: Hilfsbereitschaft, Nächstenliebe, Aufmerksamkeit und Rücksicht aufeinander. Wir sind ratlos, und dürfen trotzdem die Hoffnung haben, dass Gott unser Leben lenkt. Wir allein schaffen es nicht, aber  ER  ist mit uns. Gott sei Dank!

P. Heinz Josef Catrein

 

 

 

 

 

 

 

 

 

24.03. Heilungsgeschichten

   Immer wieder begegnen wir in den Evangelien den sogenannten Heilungsgeschichten Jesu. Im Tagesevangelium heute geht es um die Heilung eines seit 38 Jahren kranken Menschen. Natürlich fragen wir uns: Wie mag das geschehen sein? Doch ein genauerer Blick in den Text des Evangeliums lässt uns erkennen, dass es in der Geschichte nicht in erster Linie um die Wundererzählung geht. Das Wunder ist zweitrangig, wie so oft in den Evangelien, gerade im Johannesevangelium. Das, was als Quintessenz hinter diesem Wunder steckt, das ist das Wichtige, darum geht es.

   Zum einen ist es die Frage danach, was es bedeutet, wenn man vom Haus des Erbarmens spricht. Und das andere ist die Frage, was das Erbarmen bedeutet auf dem Hintergrund von Lebensregeln und Konventionen.

   Am Teich Bethsesda („Haus des Erbarmens“) liegt ein Mensch fest, der sein Leben lang schon krank ist. Er hat keinen Menschen, der ihn dort hinbringt. Dieser Mensch kann aus seiner Situation nicht heraus, er muss so bleiben wie er ist, weil es keinen Menschen gibt, der ihm echtes Erbarmen zukommen lässt. Es geht hier um einen Menschen, der vielleicht nicht unbedingt körperlich ans Bett gefesselt ist, sondern um einen, der an sein Leben, an seine Lebensvorstellungen gefesselt ist. Der davon überzeug ist, es geht nicht anders. Er hat eine Hoffnung, er kann aber sich nicht selber entgegensetzen. Er braucht einfach jemanden, der ihm sagt: Nicht der Teich ist dein Heil, nicht die anderen Menschen sind notwendig, damit du dieses Heil erlangst, sondern da hast selber Kräfte in dir, die du einsetzen kannst. Du musst sie nur einsetzen. Steh auf und geh!

   Es ist mein Glaube und davon bin ich überzeugt, dass Jesus uns fähig machen kann, in dieser Welt mit Hilfe Gottes unser Leben frei zu leben. Durch Jesus und sein Leben werden in uns Kräfte frei, die es uns ermöglichen, uns aus den Zwängen unseres Lebens zu befreien, neues und anderes anzufangen. Wie oft liegen wir auf dem Bett, das den Namen trägt: „So ist es nun mal“, „Wir können nicht anders“, „Wir würden ja gerne, aber die anderen sind ja nicht da“ oder „Die Welt ist nun mal so!“.

   Nein, wir haben Kräfte und Möglichkeiten, das Leben zu verändern. Dazu müssen wir uns ansprechen lassen von Gott, von Jesus, der uns immer wieder zur Umkehr auffordert, der uns verändern will und uns damit wirklich Erbarmen zeigt. Lebensveränderung heißt dabei sicher, dass wir unser Bett, unsere Vergangenheit weiter mit uns tragen müssen. Das können wir auch nicht ablegen. Aber die Vergangenheit ist nicht das, worauf wir festgelegt sind, sondern das, was wir verlassen können, um das Leben neu zu sehen. Und dazu hilft uns Gott, hilft uns Jesus. Oftmals unerkannt, vielleicht sogar unmerklich, weil es nicht so auf wunderbare Weise geschieht wie bei dem Menschen unserer Geschichte. Aber es geschieht. Wir bleiben oft liegen, doch der Geist Gottes bewegt uns, ja uns, die wir oft zu resignieren scheinen.

   Ein Mensch wird geheilt im Haus des Erbarmens. An einem Sabbat. Er darf sein Bett nicht tragen. Menschliche Konvention! Die Geschichte zeigt uns, dass es Jesus um den Menschen geht, und nicht um die Einhaltung von Ordnungen und Konventionen, um einmal gesagte Sätze.

   Wo ist mein Blick auf die Menschen, mit denen ich zu tun habe? Habe ich mich nicht oft genug festgelegt, weil ich anderes Denken gar nicht zulasse? Wie kann Erbarmen, wie kann Hilfe für Menschen und Menschlichkeit in meinem konkreten Leben aussehen? Jenseits der Tatsache, dass diese Frage von jedem und jeder ganz persönlich beantwortet werden soll, bleibt eines klar: Veränderung kann nur geschehen, wenn wir Jesus und seine Botschaft von Erbarmen und Frieden vor Augen haben.

 

Pfarrer Antonel Lenghen

23.03. nach Jesaja 65,17-21

Wenn Gott den neuen Himmel will, was ist dann mit dem Alten? Wenn Gott die neue Erde will, was ist dann mit der Alten? Was hat er gegen Frühlingsblumen und was gegen Sonnenschein? Soll das alles wirklich vergessen sein? Was ist mit meinem Leben, meinen Wünschen, meinen Träumen? Sollen auch sie verschwunden sein?

Was ist schon Jerusalem? Wer ist das Volk, das durch seine Straßen geht? Sind dort Freunde und Bekannte? Was ist der Mensch, wenn er nicht mehr weinen kann? Was ist der Mensch, der sich nur noch freuen kann? Ist der Mensch sein Leben? Was ist eigentlich das Leben? Ist ein Kind ein alter Mann von hundert Jahren?

Wozu soll ich Häuser bauen, wo ich doch im Himmel bin? Was soll ich mit Weinbergen, da ich doch kein Winzer bin? Wozu soll ich arbeiten und mich plagen? Was ist denn da Neues dran? Was ist mit einem Kind, das in der Ewigkeit geboren ist? Warum kann ich sterben, wie in der alten Zeit? - Ist Gott nicht der, der von alledem befreit?

 

Pastoralassistentin Antonie Krapf

22.03. Faszination Glockenklang

Faszination Glockenklang

Vor 10 Tagen durften unsere diesjährigen Erstkommunionkinder hinauf in den Kirchturm bis zu den Glocken klettern. Was für eine Aufregung und Hochspannung bis zum ersten Stundenschlag! In mir wurden Kindheitserinnerungen lebendig, denn mein Vater war Küster und Organist in Ascheberg. In den Ferien durften wir Kinder immer mit ihm bis zu den Glocken und noch höher steigen. Bis heute erinnere ich mich an die Faszination, die die riesig hohen Treppen und die großen, lauten Glocken bei mir auslösten. Und dass sie auf Knopfdruck anfingen zu läuten!

Immer noch liebe ich das volle Glockengeläut an Fest- und Feiertagen. Auch heute lausche ich ihrem Klang. Jeden Abend läuten sie nun für uns und können einen Moment Hoffnung und Trost spenden. Sie schenken uns eine Ahnung von Gottes Einladung zum Gebet, wo immer wir ihren Klang vernehmen.

Heute, am 22. März, vollendet mein Vater sein 90. Lebensjahr. Ich bin sicher: die Glocken läuten heute auch zu seiner Ehre!

Veronika Hembrock

21.03. Hilfe in der Kümmernis

Hilfe in der Kümmernis

Am Chorraum der St. Christophoruskirche steht ein alter Bildstock. In ihm steht seit über 500 Jahren ein Marienbildnis. Bis in die heutige Zeit wird es von den Menschen verehrt. Immer wieder brennen dort Kerzen, findet man Menschen, die einen kurzen Augenblick innehalten.  In früheren Zeiten war die Verehrung sehr groß – alte Bilder legen davon Zeugnis ab –  aber auch heute ist sie nicht erloschen.

Viele Votivgaben, die in der Sakristei aufbewahrt werden, zeigen, dass viele Menschen Errettung und Genesung aus Krankheit dem Gebet vor diesem Bild zuschreiben. Auf einer Votivgabe ist eingeritzt: HILFE IN DER KÜMMERNIS.

Diese Marienfigur haben wir in die Kirche gebracht, damit wir uns in diesen Krisenzeiten des mütterlichen Schutzes der Gottesmutter, der Hilfe in der Kümmernis, gewiss werden.

Ein altes Mariengebet lautet:

Hilf, Maria, es ist Zeit,

Hilf, Mutter der Barmherzigkeit!

Du bist mächtig, uns in Nöten

Und Gefahren zu erretten.

Denn wo Menschenhilf gebricht,

Mangelt doch die Deine nicht.

Nein, Du kannst das heiße Flehen

Deiner Kinder nicht verschmähen.

Zeige, daß Du Mutter bist,

Wo die Not am größten ist!

Hilf, Maria, es ist Zeit,

Hilf, Mutter der Barmherzigkeit!

 

Unter dem Schutz des Dreifaltigen Gottes

und der Hilfe der Gottesmutter und der Heiligen

mögen wir alle gesegnet und beschützt sein.

Ihr Pfarrdechant

Jürgen Schäfer

20.03. Wer liebt, findet Wege.

Wer liebt, findet Wege.

 

Gestern war ich einkaufen und habe nur die Hälfte meiner Liste abgearbeitet. Genervt habe ich auf die leeren Regale geschaut. Offensichtlich hatten auch andere Menschen Lust auf Bananen, Gemüse und Margarine. Nur ich war mal wieder zu spät im Laden! Bei vielen steigt angesichts der Coronapandemie die Angst und Sorge um das eigene Überleben. Manchmal habe ich den Eindruck, ein Teil dieser Menschen handelt dabei nach dem Motto: Zuerst ich und nach mir die Sintflut. Was ich hab, das hab ich.
Gleichzeitig entstehen – Gott sei Dank - gerade jetzt Aktionen, die Solidarität und Nächstenliebe groß schreiben. Menschen überlegen, wie sie anderen in der Nachbarschaft helfen können – beim Einkauf, bei der Kinderbetreuung oder bei Botengängen. Das berührt mich, denn genau darum geht es doch, wenn wir alle durch diese Zeit kommen wollen!
Heute wird Jesus im Evangelium die Frage gestellt, was das wichtigste Gebot sei. „Du sollst den Herrn, deinen Gott lieben mit ganzem Herzen und du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.“ Gottesliebe geht nicht ohne Nächstenliebe und auch die Selbstliebe gehört dazu. Wer Gott liebt – und für mich heißt das übersetzt: Wer glaubt - für den drückt sich das im Alltag aus. Es hinterlässt Spuren, denn Liebe will sich äußern. Wenn mir mein Glaube etwas bedeutet, dann wird das in der Art, wie ich lebe, deutlich. Umgekehrt spiegelt sich in unserem Verhalten anderen Menschen gegenüber etwas von der Liebe wieder, die uns alle übersteigt. Dieses Liebesgebot aus dem heutigen Evangelium stellt mich gerade in diesen Tagen und Wochen vor ganz neue Herausforderungen – vor allem, wenn wir mehr Zeit zu Hause verbringen und vielleicht die Nerven „blank liegen“. Aber ich sehe darin auch eine Chance, dass wir als Christen und Christinnen Profil zeigen und uns auf das besinnen, was wirklich wichtig ist. In meiner Beratungsarbeit habe ich einmal ein Zitat gehört: „Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe.“ Vielleicht ist das mit der Liebe genauso. Wer liebt findet Wege, Möglichkeiten und Perspektiven! Ich jedenfalls will versuchen, diese Zeit als Chance zu sehen und frage mich: Wen in meiner Nachbarschaft und in meinem Bekanntenkreis sollte ich fragen, ob er oder sie Hilfe braucht? Oder wem will ich einfach nur so zum Frühlingsanfang eine Freude machen?
Wer liebt, findet Wege!
Herzliche Grüße

Maria Thiemann

Gebet in Zeiten der Corona-Pandemie

Gott, unser Leben,

eine Pandemie von ungeheurem Ausmaß belastet die Menschen auf der ganzen Welt.

 

Aus unserer Not rufen wir zu dir und bitten dich:

 

Für alle Verstorbenen:

Schenke ihnen die Freude der ewigen Gemeinschaft mit dir.

 

Für die Kranken:

Gib ihnen Kraft und, wenn es möglich ist, gute Genesung.

 

Für die Ärzte und Pflegekräfte:

Stärke sie in ihrem schweren Dienst.

 

Für die Verantwortlichen in Politik und Behörden:

Hilf ihnen, die richtigen Entscheidungen zu treffen.

 

Für die Wissenschaftler und Forscher:

Erfülle sie mit deinem Geist der Weisheit, dass sie schnell Fortschritte in Abwehr und Heilung des Corona-Virus und anderer schwerer Krankheiten machen können.

 

Für alle, die sich einsam fühlen:

Tröste sie mit der Erfahrung deiner Nähe.

 

Für alle, die um ihre Existenz bangen:

Eröffne ihnen Wege in die Zukunft.

 

Für uns alle:

Lass uns tiefer erkennen, was im Leben wirklich wichtig ist.

 

Gott, unser Leben,

dir vertrauen wir uns und die ganze Welt an. Schenke Heilung und Heil durch Christus, unseren Herrn. Amen.

 

 Bischof Stefan Zekorn, Münster