Das Bußsakrament

 

  • Zwei gekreuzte Schlüssel im oberen Bildfeld als Symbol fürs Bußsakrament, auch „Amt der Schlüssel“ genannt

  • Drei Heilige im unteren Bildfeld: Maria Magdalena, Petrus, Johannes.


Schlüssel sind ein altes Symbol der Vollmacht, in diesem Fall der von Jesus übertragenen Gewalt, Sünden zu vergeben oder auch Vergebung zu verweigern – wobei theologisch umstritten ist, ob dies für alle Jünger galt (so z. B. Joh 20, 21-23) oder nur für Petrus (so z. B. Mt 16,19).


Petrus nimmt jedenfalls in der Mitte des Fensters eine Schlüsselposition ein. Der Hahn zu seinen Füßen erinnert an eine etwas unrühmliche Episode aus dem Leben des Apostels. Als Jesus sich vor dem Hohen Rat verantworten soll, sitzt Petrus im Hof. Da bezichtigt ihn eine Magd, zur Gefolgschaft von Jesu zu gehören. Petrus leugnet hartnäckig, solange, bis der Hahn kräht – wie Jesus es ihm prophezeit hat.


Maria Magdalena führt das Beispiel der Buße vor Augen; als Sünderin, der vergeben wurde, war sie zu vielen Zeiten ausgesprochen populär. Seit dem 6. Jahrhundert verschmolzen christliche Legenden verschiedene Bibelgestalten zu dieser Frau: Maria aus Magdala, der sich der auferstandene Christus offenbart; Maria von Bethanien, die Jesus im Haus des auferweckten Lazarus die Füße salbt, und jene namenlose reuige Sünderin, die Jesus im Haus eines Pharisäers die Füße mit ihren Tränen wäscht. Für Werne sind zwei Stiftungen eines Altars zu Ehren der Maria Magdalena bezeugt.


Der böhmische Priester Johannes Nepomuk (1345–1393) ist der Schutzpatron des Beichtgeheimnisses. Als Generalvikar des Prager Erzbischofs geriet er zwischen die Fronten eines Konflikts zwischen Kirche und König Wenzel IV. von Deutschland und Böhmen. Nepomuk wurde auf Befehl des Königs verhaftet, gefoltert und von der Karlsbrücke in die Moldau gestürzt. Der Legende nach wurde der Geistliche allerdings ermordet, weil er sich weigerte, das Beichtgeheimnis der Königin zu brechen. Johannes Nepomuk wird auch als Brückenheiliger verehrt. An der Hornebrücke beim ehemaligen Möbelhaus Reuter steht eine Statue des Heiligen.

 

Text: Dr. Anke Barbara Schwarze