Die Eucharistie

 

  • Medaillon mit Fisch und Hostienschale

  • Drei Heilige im unteren Bildfeld: Johannes der Evangelist,
    Tarcisius (Tarsitius) von Rom, Juliana von Lüttich


Ein Wortspiel machte den Fisch zum Geheimzeichen verfolgten Christen: Aus dem griechischen Wort „Ichthys“ für Fisch bildeten sie die Anfangsbuchstaben der Wörter „Iesous Christos Theou Yios Soter“ (Jesus Christus, Gottes Sohn, Retter). Angelehnt an die biblische Speisung der 5.000 wurde der Fisch auf frühchristlichen Fresken, in Verbindung mit einem gefüllten Brotkorb, zum Symbol der Eucharistie. Pieper knüpft an diese Tradition an, wobei sein Brotkorb bereits mit Hostien gefüllt ist.


Über das letzte Abendmahl, das der Feier der Eucharistie zugrunde liegt, berichten alle Evangelien, wenn auch mit unterschiedlichen Akzenten. Dargestellt ist hier Johannes. Er berichtet nicht von der Brechung des Brotes oder den Einsetzungsworten. Stattdessen verbindet er die Speisung der Fünftausend mit einer eucharistischen Reflektion, in der Jesus sagt: „Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel herabgekommen ist. Wer von diesem Brot isst, wird in Ewigkeit leben. Das Brot, das ich geben werde, ist mein Fleisch (Joh 6,51).“


Der Kelch in Johannes’ Hand verweist auf eine Heiligenlegende: Weil er nicht der Göttin Artemis opfern wollte, sollte der Apostel Gift trinken. Kurzerhand schlug er ein Kreuz über den Kelch und das Gift entwich in Form einer Schlange.


Tarcisius lebte während der Christenverfolgungen des 3. Jahrhunderts in Rom. Seine Gemeinde übertrug dem Jugendlichen die Aufgabe, Kranken die konsekrierten Hostien zu bringen. Eines Tages wollte eine Horde Gleichaltriger die Hostien stehlen. Tarcisius weigerte sich und wurde zu Tode geprügelt. Da er das Martyrium im Dienst seiner Gemeinde erlitt, wählten ihn die Ministranten zu ihrem Schutzpatron.


Juliana von Lüttich (um 1192–1258) hält eine Monstranz in die Höhe. Die Ordensfrau rief im 13. Jahrhundert das Fronleichnamsfest ins Leben. Sie hatte Visionen einer Mondscheibe mit schwarzem Streifen gesehen. Das verstand sie als Auftrag, die Verehrung der Hostie als Leib des Herrn zu intensivieren. Der Name des Festes stammt aus dem Mittelhochdeutschen: „vrone“ bedeutet „dem Herrn gehörend“, „lichame“ ist „der Leib“.

 

Text: Dr. Anke Barbara Schwarze