Die Firmung

 

  • Taube und Feuerzungen im oberen Bildfeld

  • Drei Heilige im unteren Bildfeld: Apostel Paulus, Maria, Bonifatius


Die Symbole im oberen Bildfeld stellen Bezug zwischen Pfingstwunder und Firmung her: „Das Sakrament der Firmung bewirkt die Ausgießung des Heiligen Geistes in Fülle, wie sie einst am Pfingsttag den Aposteln zuteil wurde“ (Katechismus der kath. Kirche, II. 2, 1. Kap., Art. 2). Die Taube steht für den Heiligen Geist, die roten Feuerzungen beziehen sich auf das biblische Pfingstwunder: „Und es erschienen ihnen Zungen wie von Feuer, die sich verteilten, auf jeden von ihnen ließ sich eine nieder (Apg 2,2–3)“.


Maria nimmt, den Blick nach innen gerichtet, die Hände zum Gebet gefaltet, das Pfingstwunder an. Ihr Körper ruht in einem geschlossenen Umriss.


Mit der Firmung verbunden ist der Auftrag, den Glauben in Wort und Tat zu verbreiten. Also das zu tun, wozu sich die Apostel nach Pfingsten endlich aufraffen konnten. Wichtige Grundlagen des Gemeindelebens stellen die Briefe des Apostels Paulus dar. Das Schwert in seiner linken Hand deutet darauf hin, dass er enthauptet worden sein soll, und zwar während der Christenverfolgungen durch Kaiser Nero. Gesichert ist das nicht.


Bonifatius gilt als „Apostel der Deutschen“. Den Beinamen verdankt der angelsächsische Missionar der Tatsache, dass er die während der Völkerwanderung zertrampelten Bistümer Salzburg, Passau, Regensburg und Freising wiederherstellte. Ab 741 gründete er die Bistümer Würzburg, Erfurt und Büraburg und verpasste der fränkischen Kirche damit eine solide kirchenrechtliche Grundlage. Mit 80 Jahren wollte Bonifatius es noch einmal wissen: Er brach auf, um die widerspenstigen Friesen zu missionieren. Als er sich am Pfingstfest des Jahres 754 (oder 755) aufmachte, um Neugetaufte zu firmen, wurde er überfallen und erschlagen.

 

Text: Dr. Anke Barbara Schwarze