Krankensalbung

 

  • Taube mit Ölzweig sowie Alpha-Omega-Symbol im oberen Bildmedaillon

  • Drei Heilige im unteren Bildfeld: Jakobus d. J., Christophorus, Barbara

„Ich bin das Alpha und das Omega, der Erste und der Letzte, der Anfang und das Ende (Joh 22,13)“: Alpha und Omega rahmen als erster und letzter Buchstabe das griechische Alphabet ein – ebenso wie Christus das Leben der Menschen einrahmt. Die Taube und Ölzweig können als Zeichen des Lebens gedeutet werden. Denn mit dem Ölzweig brachte die Taube Noah den Hinweis, dass auf der verregneten Erde wieder Wachstum möglich war. Der Zweig im Fenster schimmert Grün wie die Hoffnung.


Die Krankensalbung soll stärken und ermutigen. Sie wird zurückgeführt auf ein Bibelwort im Jakobusbrief: „Ist einer von euch krank? Dann rufe er die Ältesten der Gemeinde zu sich; sie sollen Gebete über ihn sprechen und ihn im Namen des Herrn mit Öl salben. Das gläubige Gebet wird den Kranken retten und der Herr wird ihn aufrichten“ (Jak 5, 14–15).


Das Neue Testament kennt eine ganze Reihe von Männern mit Namen Jakobus; welchem besagter Brief zugeschrieben werden soll, ist umstritten. Der Jakobus in Werne hält einen Stock, der sich nach unten hin verbreitert und an einen Baseball-Schläger erinnert. Es handelt um eine Tuchwalker-Stange, mit der antiken Römer ihre Wäsche reinigten. Der Legende nach wurde Jakobus der Jüngere, als er seinen Glauben nicht widerrufen wollte, mit einer Walkstange erschlagen. Die aufgerollte Schriftrolle in seiner anderen Hand weist auf seinen Status als Apostel hin, als Verkünder des Wortes.


Die heilige Barbara ist unter anderem die Patronin der Sterbenden. Einer Legende nach soll eine himmlische Stimme der sterbenden Märtyrerin versprochen haben, dass jeder Mensch, der sie anrufe, die Sterbesakramente erhalten werde. Als Schutzheilige der Bergleute ist sie für die ehemalige Zechenstadt Werne außerdem von Bedeutung.


Nicht fehlen darf im Zusammenhang mit Krankheit und Tod der Stadtpatron Christophorus. Der Anblick seines Bildes sollte vor dem plötzlichen Tod schützen. Daher wurde in der Kirche auch eine Holzskulptur des riesenhaften Christusträgers angebracht – so, dass sie von der Kirchentür aus gut zu sehen ist.

 

Text: Dr. Anke Barbara Schwarze