Die Priesterweihe

 

  • Messbuch mit Lesezeichen sowie Kreuz mit Hostie und Kelch im oberen Bildfeld

  • Drei Heilige im unteren Bildfeld: Johannes Maria Vianney (Pfarrer von Ars), Augustinus von Hippo, Stephanus

Bei der Priesterweihe werden Kelch und Hostienschale übergeben – als Zeichen, dass die Feier der Eucharistie als Hauptaufgabe des Priesteramtes zu verstehen ist. Eine weitere zentrale Aufgaben ist die Verkündigung des Evangeliums. So stehen Kelch und Hostie auf einem Messbuch, aus dem sieben Zeichenbänder hängen. Ihre Anzahl kann auf die Zahl der sieben Sakramente bezogen werden.


Die Heiligen verkörpern drei Stufen des Weihesakraments: Diakonenweihe, Priesterweihe und Bischofsweihe.


Für das Amt des Diakons steht der Märtyrer Stephanus. Er gehörte zu jenen sieben Männern „von gutem Ruf“, die von den Aposteln gewählt wurden, um sie beim Aufbau der christlichen Urgemeinden zu unterstützen. Er trägt eine Dalmatik, das mit weiten Ärmeln ausgestattete Obergewand eines Diakons. Für seine Predigten wurde Stephanus gesteinigt. Daran erinnert die Märtyrerpalme in seiner linken Hand.


Als ranghöchster unter den drei Heiligen steht Augustinus im Mittelpunkt des Fensters. Er übernahm 396 das Amt des Bischofs von Hippo, einer phönizischen Handelsstadt in Nordafrika. Augustinus gehört zu den vier wichtigen Kirchenlehrern der Spätantike. Überaus poetisch beschrieb er in seinen autobiographischen „Bekenntnissen“ seine Suche nach Gott. Darin spricht er unter anderem von den „brennenden Pfeilen der göttlichen Liebe“, die das menschliche Herz treffen – und schuf sich so ein eingängiges Heiligenattribut.


Johannes-Maria Vianney, der heilige Pfarrer von Ars (Frankreich) trägt ein Birett, der priesterlichen Kopfbedeckung. Der Bauernsohn (1786–1859) erhielt nach der kirchenfeindlichen Französischen Revolution heimlich Religionsunterricht. Als Priester wurde er der wenig religiösen Pfarre von Ars-sur-Formans bei Lyon zugeteilt. Dort überzeugte Vianney die Menschen nicht mit theologischem Wissen, sondern durch das Charisma seiner persönlichen Frömmigkeit und engagierten Seelsorge.

 

Text: Dr. Anke Barbara Schwarze